Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 26. Juli 2019

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Vorsorge im Konkubinat – gut zu wissen

Für Paare ohne Trauschein sind die Vorsorgeleistungen oft ungenügend. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Partner schon länger zusammenleben oder gemeinsame Kinder haben. 

Wer keine Vorkehrungen für den Todesfall trifft, kann seinen hinterbliebenen Partner in finanzielle Bedrängnis bringen. Denn Konkubinatspaare sind sowohl bei den gesetzlichen Versicherungen als auch im Erbrecht deutlich schlechter gestellt als Ehepaare. Auf diese Vorsorgefallen sollten Paare besonders achten:

Keine AHV-Leistungen: Wenn ein Konkubinatspartner stirbt, erhält der überlebende Partner keine Hinterbliebenenleistungen. Denn die AHV sichert nur verheiratete Paare und Kinder ab. Bei einer Trennung können Konkubinatspartner auch keine Teilung der AHV-Gutschriften verlangen.

Besser gestellt sind unverheiratete Paare hingegen meistens im Alter: Wenn beide Konkubinatspartner eine AHV-Einzelrente beziehen, erhalten sie zusammen bis zu einem Drittel mehr als verheiratete Paare mit einer Ehepaarrente. Das kann vor allem für Paare von Bedeutung sein, die im fortgeschrittenen Alter eine Heirat erwägen.

Pensionskasse informieren: Viele Pensionskassen zahlen im Todesfall freiwillig eine Rente oder eine einmalige Kapitalabfindung aus, sofern gewisse Bedingungen erfüllt sind. Zum Beispiel, dass die Lebenspartnerschaft zum Zeitpunkt des Todes mindestens fünf Jahre bestanden hat.

Doch aufgepasst: Unverheiratete müssen ihre Pensionskasse über die Lebensgemeinschaft schriftlich informieren. Und sie müssen klar bekunden, was mit ihrem Guthaben geschehen soll. Ein Testament, in dem der Partner als Alleinerbe eingesetzt wird, genügt dafür nicht.

Nachlass regeln: Konkubinatspartner werden bei der gesetzlichen Erbfolge nicht berücksichtigt. Wer seinem Partner einen Teil seines Vermögens vermachen möchte, muss zwingend ein Testament oder einen Erbvertrag verfassen. Allerdings gibt das Erbrecht enge Schranken vor. Sind Kinder vorhanden, beträgt deren Pflichtteil drei Viertel des gesamten Nachlassvermögens. Das heisst: Dem Konkubinatspartner kann also höchstens ein Viertel zugewiesen werden.

Konkubinatspartner ohne Kinder müssen den Pflichtteil ihrer Eltern berücksichtigen – dieser geht häufig vergessen. Jedem Elternteil steht ein Viertel des Nachlassvermögens zu. Leben noch beide Elternteile, lässt sich dem Konkubinatspartner also nur die Hälfte des Vermögens als freie Quote zuweisen.

Hohe Erbschaftssteuern: Zwar möchte der Bundesrat im Rahmen der laufenden Erbrechtsrevision den Pflichtteil der Kinder reduzieren und jenen der Eltern sogar ganz streichen. Doch auch falls der Lebenspartner künftig stärker begünstig werden kann: Sein Erbe wird durch die Erbschaftssteuern vielerorts stark geschmälert. In einigen Kantonen zahlen selbst langjährige Konkubinatspartner gleich hohe Steuern wie andere Erben, die mit dem Erblasser nicht verwandt sind.

Hinterlässt zum Beispiel ein im Kanton St. Gallen wohnhafter Mann seiner Konkubinatspartnerin 500'000 Franken Vermögen, muss sie darauf 147'000 Franken Erbschaftssteuern zahlen (siehe Tabelle). Manche Kantone besteuern Konkubinatspartner, die seit mehr als fünf oder zehn Jahren im gleichen Haushalt gelebt haben, deutlich milder. Aber auch in diesen Fällen lohnt es sich, die Steuern des hinterbliebenen Partners in die Überlegungen mit einzubeziehen.

Erbschaftssteuern für Konkubinatspartner

So viel Steuern zahlen Konkubinatspartner, wenn sie 500'000 Franken von ihrem verstorbenen Partner erben. Steuerbeträge für 2019.

  Konkubinatspartner Nichtverwandte
AG 32'900 CHF* 109'200 CHF
BE 41'970 CHF* 111'920 CHF
BS 52'290 CHF* 156'870 CHF
SG 147'000 CHF 147'000 CHF
ZH 122'400 CHF* 140'400 CHF

*Der aufgeführte Betrag gilt nur dann, wenn das Konkubinat seit mindestens 5 bzw. 10 Jahren (je nach Kanton) besteht. Sonst gilt der Tarif für Nichtverwandte.

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