Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 18. Dezember 2019

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Notenbanken bestätigen expansiven Kurs: In der vergangenen Woche haben die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die US-Notenbank Fed ihren expansiven geldpolitischen Kurs einmal mehr bestätigt und keine Hinweise auf unmittelbare Zinsänderungen gegeben. Straffere geldpolitischen Massnahmen werden durch die weiterhin tiefe Inflation stark begrenzt. Während die SNB und die EZB für 2020 sogar mit einer leicht rückläufigen Inflationsentwicklung rechnen, gehen die US-Notenbanker von einem Anstieg aus (siehe Grafik).

Inflationsprognosen der Zentralbanken im Dezember 2019
In der Schweiz und in der Eurozone dürfte sich die Inflation in 2020 vom Ziel der Notenbanken (rote Linie) entfernen, während die USA hier auf Kurs sind.
Inflationsprognosen der Zentralbanken im Dezember 2019

Quelle: SNB, EZB, Fed

Palladium überspringt historische Marke: Der Palladium-Kurs steigt und steigt. Am Dienstag kletterte der Preis für eine Feinunze des Industriemetalls erstmals in der Geschichte über die Marke von 2000 US-Dollar. Damit ist der Palladiumpreis im laufenden Jahr um fast 60 Prozent hochgeschossen. Zuletzt sorgten Angebotsengpässe für weiteren Rückenwind. So kam es im wichtigen Förderland Südafrika zu Produktionsausfällen. Zudem dürfte sich die Teileinigung im Handelsstreit zwischen den USA und China positiv auf den Palladiumpreis auswirken. Denn diese Teileinigung dürfte der Automobilindustrie zugutekommen, die ein wichtiger Abnehmer des Rohstoffs ist. Palladium wird unter anderem für die Produktion von Benzinkatalysatoren verwendet.

Unternehmensstimmung in Eurozone stabil: Die Stimmung unter den Chefeinkäufern der Unternehmen in der Eurozone hat sich auch im Dezember nicht verschlechtert. Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) notiert gemäss einer Vorabschätzung unverändert auf 50,6 Punkten. Der Indikator bewegt sich damit weiter leicht über der Grenze von 50 Punkten, was auf eine wirtschaftliche Expansion hindeutet. Der PMI für den Industriesektor sank hingegen um 1,0 auf 45,9 Punkte, womit die jüngste Erholungsbewegung ins Stottern geraten ist. Der Dienstleistungssektor zeigt sich davon unbeeindruckt. Hier legte der PMI um 0,5 auf 52,4 Punkte zu.

US-Industrie steigert Produktion deutlich: Die Gesamtproduktion der US-amerikanischen Industriebetriebe lag im November um 1,1 Prozent über dem Vormonat, so die US-Notenbank. Das ist der stärkste Anstieg seit etwa zwei Jahren. Dabei sorgte die Autoproduktion mit einem Plus von 12 Prozent für starke Unterstützung. Im Oktober hatte dagegen ein grosser Streik beim Autohersteller GM noch deutlich belastet.

Positive Konjunktursignale aus China: Im November legte sowohl die Produktion in der chinesischen Industrie als auch der Umsatz im Einzelhandel stärker zu als zuletzt. Die Industrieproduktion stieg konkret um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die chinesische Regierung mitteilte. Das war mehr als Analysten erwartet hatten. Im Oktober hatte der Anstieg nur 4,7 Prozent betragen. Beim Einzelhandelsumsatz lag das Plus im November bei 8,0 Prozent (Oktober 7,2 Prozent). Auch hier wurden die Analystenprognosen übertroffen. Der Wermutstropfen: Die Investitionen in Sachanlagen haben stagniert.

Sinkflug der japanischen Exporte hält an: Der Sinkflug des japanischen Aussenhandels hat sich im November fortgesetzt, wenn auch mit kleinem Hoffnungsschimmer. Die Ausfuhren der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt gingen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 Prozent zurück, wie aus Regierungszahlen hervorgeht. Analysten hatten im Durchschnitt einen etwas stärkeren Rückgang befürchtet. Es handelt sich um den mittlerweile zwölften Monat in Folge mit rückläufigem Export. Allerdings war dieser Rückgang nicht so ausgeprägt wie im Vormonat – ein kleiner Lichtblick.

Fokus: Darum gehören Obligationen ins Portfolio

Viele Anleger interessieren sich aufgrund der höheren Renditechancen mehr für Aktien als für Obligationen. Doch auch Obligationen spielen eine wichtige Rolle im Portfolio – auch in einer Tiefzinsphase.

Bei einer Obligation, auch Anleihe oder Bond genannt, handelt es sich um eine Schuldverschreibung und nicht, wie im Fall von Aktien, um eine Beteiligung. Deswegen haben Obligationäre im Gegensatz zu Aktienanlegern an Generalversammlungen kein Stimmrecht. Damit Obligationen an einer Börse gehandelt werden können, müssen sie in kleinere Einheiten aufgeteilt werden, in der Finanzsprache Stückelung genannt. Je kleiner die Stückelung einer Obligation, desto mehr Privatanleger greifen zu.

Mit einer Obligation leihen sich beispielsweise Staaten, Kantone oder Unternehmen Geld am Kapitalmarkt für eine festgelegte Zeit und zu einem festgelegten Zinssatz, dem Coupon. Damit ist klar, dass Obligationen aus zwei Zahlungsströmen bestehen: der Rückzahlung am Ende der Laufzeit sowie den periodisch wiederkehrenden Couponzahlungen während der Laufzeit.

Coupon hängt vom Rating ab

Unmittelbare Auswirkungen auf die Höhe des Coupons und damit auf den regelmässigen Ertrag, den der Obligationenanleger erhält, hat das Bonitätsrating des Schuldners. Für ein schlechtes Rating verlangen Investoren einen höheren Zins, weil sie ein höheres Risiko bei der Überlassung des Geldes eingehen, als wenn sie einem Schuldner mit einem guten Rating ihr Geld borgen. Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern der Welt, die von allen drei grossen Ratingagenturen – Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch – jeweils mit der Bestnote bewertet wird. Deswegen zählen die Staatsobligationen der Schweiz, in der Branche "Eidgenossen" genannt, zu jenen mit den tiefsten Coupons.

Das Bonitätsrating bzw. die Kreditwürdigkeit ist auch ein wichtiger Einflussfaktor für den Preis bzw. Börsenkurs einer Obligation, der in Prozent angegeben wird. Verschlechtert sich die Bilanz eines Unternehmens aufgrund eines unprofitablen Geschäftsverlaufs oder als Folge einer höheren Verschuldung, die aus einer Übernahme resultiert, dann kann es passieren, dass die Ratingagenturen dem Unternehmen eine schlechtere Bonitätsnote vergeben. Dies wirkt sich in der Regel negativ auf den Kurs der Unternehmensobligation aus: er sinkt, beispielsweise von 110 auf 95 Prozent. Der Coupon und der Rückzahlungsbetrag bleiben jedoch unverändert.

Kurstreiber Zinsen

Ein wichtiger positiver Kurstreiber bei Obligationen ist ein Absenken der Leitzinsen durch die Notenbank bzw. die Aussicht auf eine solche Zinssenkung. Denn wenn durch die Zinssenkung das allgemeine Zinsniveau sinkt, steigt der Kurs der bereits ausgegebenen Obligationen. Der Grund: Die Investoren profitieren bei sinkenden Zinsen von Preissteigerungen auf den bereits gehaltenen Obligationen. Denn deren Coupon bleibt unverändert, während der Coupon der neuen Obligationen im Zuge des tieferen Zinsniveaus geringer ausfallen wird.

Mit Obligationen lässt sich also auch auf Kursgewinne spekulieren. Ein Beispiel: Der globale Bloomberg Barclays Obligationenindex, der die Kursentwicklung sowohl von Unternehmens- als auch Staatsobligationen von Industrie- sowie Schwellenländern wiederspiegelt, ist seit Anfang 2019 um knapp 7 Prozent gestiegen (siehe Grafik). Da kann kein Sparkonto mithalten.

Stabilität und Rendite
Die Kursschwankungen sind bei Obligationen in der Regel viel geringer als bei Aktien. Im Vergleich zu sehen ist der Weltaktienindex MSCI World und der globale Bloomberg Barclays Obligationenindex.
Stabilität und Rendite

Quelle: Bloomberg, Daten per 16.12.19

Die wichtigsten Eigenschaften von Obligationen sind heutzutage die Krisenschutzfunktion und die entsprechenden Diversifikationsvorteile im Portfolio. Denn Obligationen weisen oft eine geringere Volatilität als Aktien auf, wie ebenfalls in der Grafik zu sehen ist. Deshalb gelten Obligationen als verhältnismässig risikoarme und relativ stabile Anlageklasse. Aus diesen Gründen werden sie oft als fester Bestandteil eines Portfolios empfohlen, um Risiken durch Aktien auszugleichen. Es gilt: Je grösser der Anteil an Obligationen, desto geringer wirken sich Kursverluste von Aktien auf das gesamte Portfolio aus.

Flexibilität statt Langeweile

Früher galten Obligationen als langweilige Anlageklasse. In erster Linie dienten sie im Portfolio als Stabilitätsanker. Doch die tiefen Zinsen haben die Coupons ebenfalls nach unten gedrückt. Das macht es erforderlich, den Obligationen-Anteil im Portfolio über Sektoren und Segmente stärker zu diversifizieren. Auch ist heutzutage eine grössere Flexibilität angebracht, um rasch auf Opportunitäten reagieren zu können.

Diese Flexibilität ist möglich, weil es immer mehr Obligationen-ETF gibt. Und natürlich gelten die Vorteile von ETF auch für Obligationen-ETF. So lassen sich ETF wie Aktien während der Börsenöffnungszeiten handeln. Auch wird mit einem ETF das Anlagerisiko breit gestreut. Denn ein Obligationen-ETF investiert in mehrere unterschiedliche Obligationen und minimiert so das Ausfallrisiko einzelner Schuldner. Ein weiterer Vorteil: In Obligationen-ETF kann oft schon ab 50 CHF investiert werden, in einigen Fällen ist sogar noch weniger Einsatz erforderlich. Dagegen beginnt die Stückelung von Obligationen meist erst ab 1000 CHF und aufwärts. Und ganz wichtig bei der langfristigen Geldanlage: Die Verwaltungsgebühren von ETF sind vergleichsweise tief.

Möchten Sie mehr erfahren über die Geldanlage via ETF? Dann können Sie sich hier informieren.

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