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Newsletter vom 4. Dezember 2019

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Industriedaten aus USA enttäuschen: Nachdem der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die US-Industrie zuletzt einen positiven Trendverlauf zeigte, wurde auch bei dem vom ISM-Institut erhobenen PMI mit einem besseren Wert gerechnet. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil: Der ISM-PMI für die Industrie fiel im November wieder zurück, und zwar um 0,2 auf 48,1 Punkte (siehe Grafik). Der jüngste Rückgang folgt auf einen Anstieg im Oktober. Im September war der Indikator auf den tiefsten Stand seit etwa zehn Jahren gefallen. Schon seit längerem liegt der Wert unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und deutet damit auf eine Schrumpfung des für die US-Wirtschaft wichtigen Sektors hin. Der ISM-PMI gilt für die USA als aussagekräftiger als der vor allem in Europa massgebende Markit-PMI.

Einkaufsmanagerindizes für die US-Industrie
Der ISM-Index für die Industrie (Manufacturing) folgte dem zuletzt positiven Markit-Trend nicht.
Einkaufsmanagerindizes für die US-Industrie

Quelle: ISM, Markit

Trump sorgt für Abgaben an den Aktienmärkten: An den ersten beiden Handelstagen im Dezember kam es an den wichtigsten Aktienmärkten der Welt zu Kursrücksetzern. Dafür ist insbesondere US-Präsident Donald Trump verantwortlich. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kündigte er am Montag überraschend an, die USA werden wieder Zölle auf Stahl und Aluminium aus Argentinien und Brasilien verhängen. Er begründete diese Massnahme mit der "massiven" Abwertung der Landeswährung in den beiden Ländern. Dies sei "nicht gut für unsere Landwirte", so Trump. Die USA konkurrieren mit den beiden Ländern bei bestimmten landwirtschaftlichen Produkten wie Soja oder Mais. Am Dienstag dann dämpfte Trump die Hoffnungen, ein erstes Teilabkommen mit China noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 unter Dach und Fach zu bringen. Auch damit erwischte er die Aktienanleger auf dem falschen Fuss.

Schwächesignale aus Schweizer Wirtschaft: Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich im November gemessen am Einkaufsmanagerindex (PMI) wieder etwas stärker eingetrübt. Der Index sank um 0,6 auf 48,8 Punkte. Seit April notiert der Industrie-PMI unter der als Wachstumsschwelle definierten Marke von 50 Punkten. Der PMI für den Dienstleistungssektor ging ebenfalls zurück, und zwar um 3,1 auf 51,1 Zähler. Das KOF-Konjunkturbarometer, ein weiterer wichtiger Frühindikator, hat seine Abwärtstendenz im November fortgesetzt und markierte bei 93,0 Punkten den niedrigsten Stand seit 2015. Damit bleiben die Aussichten für die Schweizer Konjunktur verhalten.

Inflation in Eurozone legt etwas zu: In der Eurozone sind die Konsumentenpreise im November im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 1,0 Prozent gestiegen. Im Oktober hatte das Statistikamt Eurostat einen Anstieg von 0,7 Prozent ermittelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt auf mittlere Sicht eine Inflation von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel hat sie seit langem nicht mehr erreicht. Deshalb, und zur Belebung der schwächelnden Konjunktur hat, sie ihre Geldpolitik stark gelockert, zuletzt im September.

Stimmung in Chinas Industrie hellt sich weiter auf: Die Stimmung in den kleinen und mittleren Industriebetrieben in China hat sich im November überraschend weiter verbessert, wenn auch nur minim. Der Einkaufsmanagerindex des chinesischen Wirtschaftsmagazins "Caixin" für das verarbeitende Gewerbe stieg um 0,1 auf 51,8 Zähler und damit den höchsten Stand seit Dezember 2016. Auch der staatliche Indexwert zur Stimmung in den Industriebetrieben, der vor allem grössere und staatliche Unternehmen umfasst, ist überraschend gestiegen. Hier kletterte der Wert erstmals seit dem Frühjahr wieder über die Expansionsschwelle von 50 Punkten und erreichte einen Wert von 50,2 Zählern.

Fokus: Lässt sich der Markt timen?

Der Traum vieler Anleger sieht so aus: Aktien kaufen, wenn der Kurs seinen Tiefpunkt erreicht hat, und verkaufen, wenn die Aktien auf dem Höhepunkt stehen. Doch "Buy low, sell high" ist meist Wunschdenken.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen? Diese Frage dürften sich einige Anleger stellen, wenn der 13. Monatslohn oder Bonuszahlungen auf dem Konto gutgeschrieben werden. Und viele Anleger dürften angesichts des starken Aktienjahres 2019 und der vielerorts erreichten Höchststände ein ungutes Gefühl haben, jetzt Aktien zu kaufen. Doch das Bauchgefühl ist bei der Geldanlage meist kein guter Ratgeber.

Steigen die Aktienmärkte über eine längere Zeit, machen sich viele Anleger Sorgen, dass sie kurz vor einem Crash einsteigen könnten, der Einstieg also zu früh erfolgen könnte. Meist wird dann mit einer Investition abgewartet, bis der Markt um einen bestimmten Prozentsatz eingebrochen ist, sodass sie zu tieferen Kursen günstiger einsteigen können.

Doch auch wenn die Märkte über eine längere Zeit sinken, wagen sich nur wenige Anleger aus der Defensive gemäss der Börsenweisheit: never catch a falling knive – nicht in ein fallendes Messer zu greifen. Denn auch hier droht die Gefahr, dass der Einstieg zu früh erfolgen könnte, und die Märkte noch weiter sinken.

Wenn ein Einstieg vom Bauchgefühl her also meist zu früh kommt, kann das zur Folge haben, dass viele Anleger zu lange warten: bei einer Aufwärtsphase steigen sie zu spät ein, und bei einer Abwärtsphase zu spät aus (siehe Grafik).

Anleger verhalten sich häufig irrational
Diese illustrative Grafik zeigt, wie Anleger typischerweise reagieren. Sie lassen sich vom Bauchgefühl und vom Herdentrieb zu irrationalen Entscheidungen verleiten.
Anleger verhalten sich häufig irrational

Zahlreiche Untersuchungen zeigen zudem, dass die Rendite in den meisten Aktienmärkten bei Market Timing in den letzten 50 Jahren niedriger war als bei einem Soforteinstieg. Denn das grundsätzliche Problem beim Market Timing ist: Es lässt sich erst in einer Rückschau sagen, wann ein Tief- oder Höhepunkt erreicht worden ist.

Für die Mehrheit der Anleger dürfte daher ein Soforteinstieg mit langfristiger Perspektive die bessere Wahl sein: eine Kaufen-und-Halten-Strategie. Dabei werden Wertpapiere gekauft und langfristig gehalten. Der Vorteil: Mit einer solchen Anlagestrategie können die Schwankungen an den Börsen ausgesessen werden. Eine Kaufen-und-Halten-Strategie lässt sich mit einfachen Eingriffen sogar noch optimieren.

Vom Durchschnittskosteneffekt profitieren

Wer seine Anlagesumme auf mehrere gleich grosse Tranchen verteilt und im gleichen zeitlichen Abstand investiert, kann vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt profitieren. Denn die einzelnen Anteile, zum Beispiel Aktien, können bei einem solchen gestaffelten Einstieg zu einem vorteilhaften Durchschnittspreis erworben werden: Bei tiefen Kursen werden mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile gekauft.

Und mittels Rebalancing kann die Gewichtung der Anlageklassen innerhalb des Portfolios regelmässig auf die Zielquote zurückführt werden. Dies hat für den Anleger weitere Vorteile. Zum einen hält er die Rendite- und Risikoerwartungen im Rahmen seiner ursprünglich definierten Anlagestrategie. Er investiert zum anderen auch antizyklisch. Der Grund: Anlageklassen mit einer positiven Kursentwicklung werden mit Gewinn verkauft, während Anlageklassen mit einer negativen Kursentwicklung zu tieferen Kursen nachgekauft werden.

Anleger, die eine solche Kaufen-und-Halten-Strategie umsetzen möchten, sollten dabei vor allem auf geringe Kosten achten. Denn bei der langfristigen Geldanlage sind die tiefe Gebühren ein wichtiger Erfolgsfaktor. Deswegen eignen sich ETF und Indexfonds besonders gut für einen langfristigen Vermögensaufbau.

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