Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 27. November 2019

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Schweizer Industrie nimmt Fahrt auf: Im dritten Quartal wuchs die Produktion im gesamten sekundären Sektor, der sich aus Industrie und Bau zusammensetzt, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik mitteilte. Einmal mehr war die Pharmabranche der Wachstumstreiber. Bremsspuren gibt es dagegen im Maschinenbau und im Baugewerbe. Insgesamt hat sich damit das Wachstum zu Beginn der zweiten Jahreshälfte beschleunigt. Im zweiten Quartal zog die Produktion um 3,6 Prozent an, im Startquartal lag das Plus bei 3,7 Prozent.

Stagnation in Eurozone hält an: Der vom Forschungsinstitut IHS Markit monatlich erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone sank im November gemäss einer Vorabschätzung um 0,3 auf 50,3 Punkte (siehe Grafik). Damit notiert einer der wichtigsten Konjunkturbarometer weiterhin nur knapp oberhalb der als Wachstumsschwelle definierten Marke von 50 Punkten. Ein Lichtblick: Der Subindex für den Industriesektor erholte sich deutlich.

Einkaufsmanagerindex für die Eurozone
Die Entwicklung des Markit PMI deutet auf eine konjunkturelle Stagnation in der Eurozone hin.
Einkaufsmanagerindex für die Eurozone

Quelle: Bloomberg

Besseres Geschäftsklima in Deutschland: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November etwas aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg um 0,3 auf 95,0 Punkte. Auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr wurden besser beurteilt.

Inflation in Japan kommt nicht vom Fleck: In Japan bleibt die Preisentwicklung weiter schwach. Im Oktober hat die Regierung einen Anstieg der Konsumentenpreise im Vergleich zum Oktober vor einem Jahr von lediglich 0,4 Prozent gemessen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise, wie jene für Energie, ausgeklammert werden. Die Kerninflation zeigt den Inflationstrend besser. Im September betrug sie sogar nur 0,3 Prozent.

Leitindex SMI mit neuem Rekord: Der SMI, der die Aktien der 20 grössten an der Schweizer Börse SIX kotierten Unternehmen enthält, kletterte am Dienstag während des Handels auf 10'537,76 Punkte. Das ist ein neuer Rekord in seiner über 30jährigen Geschichte. Seit Jahresbeginn legte das Schweizer Leitbarometer damit um rund 25 Prozent zu. Die Zugpferde sind die drei Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis.

Wenig Zuversicht in Italien: In der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone sind sowohl die Konsumenten als auch die Unternehmen weiterhin eher pessimistisch gestimmt. Das vom italienischen Statistikamt erhobene Konsumklima sank im November um 3,0 auf 108,5 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit etwa zwei Jahren. Die Unternehmensstimmung ging um 0,6 auf 98,9 Punkte zurück. Schlechter war die Stimmung zuletzt vor rund fünf Jahren.

Fokus: Faktor-ETF – was ist das?

Anlagestrategien lassen sich mit ETF einfach und kostengünstig umsetzen. Ein starker Trend innerhalb dieses Segments sind Faktor-ETF, die alternative Indizes abbilden. Denn sie bieten Lösungsansätze für die Schwachstellen der klassischen Indizes.

Die meisten ETF bilden marktkapitalisierte Börsenindizes ab. Bei diesen Indizes kann die Titelgrösse einen grossen Einfluss auf die Indexzusammensetzung haben. Mit einem Investment in den Schweizer Aktienindex SMI beispielsweise ist man den Börsenschwergewichten Nestlé, Novartis und Roche gegenüber relativ stark exponiert. Diese Titel bringen zusammen über 50 Prozent des SMI-Gewichts auf die Waage. Bei globalen Indizes können zudem Aktien aus einer bestimmten Anlageregion, wie den USA, ein hohes Gewicht aufweisen. Die Risikostreuung ist also auch hier nicht optimal.

Als Reaktion darauf sind in den letzten Jahren innerhalb des ETF-Segments alternative Indizes stärker ins Anlegerinteresse gerückt. Diese unterscheiden sich darin, dass die Titel anhand bestimmter Merkmale – sogenannte Faktoren – alternativ selektiert und/oder gewichtet werden.

Gewichtung nach Faktoren

Die populärsten Indizes, welche diese sogenannten Faktor-ETF abbilden, gewichten ausgewählte Aktien nach den Faktoren Momentum (Titel mit ansprechender Kursentwicklung in der Vergangenheit), Quality (Titel mit soliden Unternehmenserträgen), Size (Titel mit geringer Marktkapitalisierung), Value (Titel mit günstiger Bewertung) und Minimum Volatility (Titel mit niedriger Volatilität). Zudem gibt es Multifaktorindizes, die verschiedene Faktoren kombinieren.

Die Gewichtung von Faktoren ermöglicht langfristig eine Zusatzrendite zur Rendite des Gesamtmarktes. Diese Zusatzrendite wird oft als Faktorprämie bezeichnet. Solche Faktorprämien lassen sich historisch über lange Zeitspannen nachweisen und sind empirisch belegt. Einige dieser Faktorprämien können als Kompensierung für zusätzlich eingegangene Risiken gesehen werden, andere lassen sich durch irrationale Verhaltensweisen von Investoren begründen. Die Faktorprämien können allerdings auch negativ sein, gerade in einer kürzeren Betrachtungsperiode. Ein langfristiger Anlagehorizont ist deshalb unabdingbar.

In der Schweiz kam der erste Faktor-ETF 2004 in den Handel. Und auch hier zeigt sich, wie bei den klassischen ETF, eine rasante Entwicklung (siehe Grafik).

Angebot an Aktien-ETF steigt
An der Schweizer Börse hat die Anzahl an ETF sowie an faktorbasierten Aktien-ETF in den letzten Jahren stark zugenommen.
Angebot an Aktien-ETF steigt

Quelle: SIX

Interessierte Schweizer Anleger können an der Schweizer Börse SIX sowohl in klassische ETF als auch in Faktor-ETF investieren. Eine Übersicht über sämtliche Produkte gibt es unter diesem Link. Wenn man in der Suchmaske unter Produktname den jeweiligen Faktornamen eingibt – zum Beispiel Momentum oder Quality – dann werden alle ETF aufgelistet, die sich auf diesen Faktor beziehen.

Wenn Sie mehr zum Thema Faktor-ETF erfahren wollen, können Sie hier die kostenlose VZ-Studie "Eine Untersuchung von faktorbasierten Aktien-ETF" bestellen.

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