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Newsletter vom 10. Juli 2019

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Die aktuelle Lage

In der Schweiz ist die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit knapp elf Jahren unter die Schwelle von 100'000 gefallen. Konkret waren bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) im Juni 97'222 Personen als arbeitslos registriert, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft mit. Die Arbeitslosenquote nahm auf Basis einer neuen Berechnungsgrundlage zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent ab und lag um saisonale Effekte bereinigt bei unverändert 2,3 Prozent. Zuletzt lag die Zahl der Arbeitslosen im September 2008 im fünfstelligen Bereich. Das war bevor die Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt durchschlug.

In der Eurozone hat sich die Anlegerstimmung im Juli klar verschlechtert. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindikator fiel um 2,5 auf minus 5,8 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit November 2014. Im Vormonat hatte der Indikator ins Minus gedreht, nachdem er sich noch im Mai spürbar aufgehellt hatte. In Deutschland präsentiert sich die Lage noch düsterer. Der Index sank in der grössten Volkswirtschaft der Eurozone auf den tiefsten Stand seit November 2009.

Die französische Industrie hat sich im Mai stärker entwickelt als erwartet. Die Produktion stieg im Monatsvergleich um 2,1 Prozent, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Zudem fiel der Zuwachs im Vormonat etwas höher aus als bislang bekannt. Gestützt wurde die Industrieproduktion durch den Energiesektor, aber auch der Bausektor und die Autoindustrie legten zu, so Insee. Die Nahrungsmittelindustrie stellte im Monatsvergleich hingegen weniger her.

Zur deutschen Industrie reissen dagegen die schlechten Nachrichten nicht ab. Im Mai gingen laut dem nationalem Statistikamt bei den Industriebetrieben 2,2 Prozent weniger Bestellungen ein. Allerdings fiel die Entwicklung im Vormonat etwas besser aus als zuvor ermittelt. Anstatt eines Zuwachses um 0,3 Prozent erhöhten sich die Aufträge im April um 0,4 Prozent.

Die US-Industrie hat im Mai ebenfalls weniger Aufträge erhalten – zum zweiten Mal in Folge. Hier ermittelte das Handelsministerium einen Bestellungsrückgang um 0,7 Prozent. Im April war der Auftragseingang um revidiert 1,2 Prozent gefallen.

In den meisten Volkswirtschaften der Welt zeichnet sich nach Einschätzung des Ländervereins OECD eine Stabilisierung des Wirtschaftswachstums ab. Nach Monaten mit einer nachlassenden Dynamik gebe es für den OECD-Raum Hinweise auf Ende dieser Entwicklung, stellt die OECD fest. In Japan und Kanada habe sich das Wachstum stabilisiert, nachdem sich zuvor noch eine nachlassende Dynamik gezeigt habe. Dagegen wurde in den USA und in der Eurozone eine nachlassende Dynamik festgestellt.

US-Arbeitsmarkt brummt – was macht Fed?

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni im starker Verfassung präsentiert. Ausserhalb der Landwirtschaft – hier wird der Jobaufbau durch saisonale Effekte bestimmt – wurden im Juni 224'000 neue Stellen geschaffen (siehe Grafik). Damit wurden selbst die kühnsten Erwartungen der Analysten übertroffen. Diese waren im Durchschnitt von einem Zuwachs von 160'000 bis 170'000 ausgegangen.

Ein kleiner Wertmutstropfen ist, dass die Zahlen für die Vormonate April und Mai etwas nach unten revidiert wurden. Demnach sind in den beiden Monaten insgesamt 11'000 Stellen weniger entstanden als bisher ermittelt.

Trotz des relativ starken Beschäftigungswachstums stiegen die Löhne und Gehälter im Jahresvergleich aber nominal nur um 3,1 Prozent. Der seit längerem zu beobachtende verhältnismässig schwache Lohnanstieg bereitet Ökonomen Kopfzerbrechen.

Fazit: Die amerikanische Wirtschaft sendet derzeit widersprüchliche Signale aus. Die neusten Arbeitsmarktdatensprechen eher gegen eine baldige Zinssenkung. Die anhaltende handelspolitische Unsicherheit sowie die schwächere weltwirtschaftliche Entwicklung unterstützen hingegen eine zeitnahe Zinssenkung. Nach dem jüngsten Arbeitsmarktbericht wurde an den Finanzmärkten zwar ein grosser Zinsschritt der US-Notenbank Fed um einen halben Prozentpunkt ausgepreist. Doch die Investoren gehen weiterhin von einer Zinssenkung an der nächsten Fed-Sitzung am 31. Juli aus.

Hoher Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt
Nach einer sehr schwachen Entwicklung im Mai zeigte sich der US-Arbeitsmarkt im Juni wieder von seiner starken Seite.
Hoher Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt

Quelle: Bureau of Labor Statistics

Im Fokus

Bitcoin hält Kurs auf neues Jahreshoch: Der Bitcoin hat am Mittwochmorgen schwungvoll die Marke von 13'000 US-Dollar überschritten. Damit hält die bekannteste und gemessen an der Marktkapitalisierung wichtigste Kryptowährung Kurs auf das Ende Juni erreichte Jahreshoch von 13'880 US-Dollar. Der Bitcoin hatte nach einer monatelangen Seitwärtsbewegung bei Kursen unter 5000 US-Dollar im Frühling 2019 wieder Fahrt aufgenommen. Weiterhin bleibt sie aber noch unter ihren Ende 2017 erreichten Höchstständen von rund 20’000 US-Dollar.

US-Handelsdefizit steigt: Der Fehlbetrag im Aussenhandel der USA ist im Mai grösser geworden. Das Defizit in der Handelsbilanz erhöhte sich um 4,3 Milliarden auf 55,5 Milliarden US-Dollar. Trotz Handelsstreit und Zollerhöhungen stieg das Defizit im Handel mit China deutlich auf 30,2 Milliarden Dollar, nach 26,9 Milliarden im April. Einen Anstieg der Defizite gab es auch im Handel mit Kanada und Mexiko. Die Defizite mit Japan und der Europäischen Union verringerten sich hingegen. Defizite im Aussenhandel werden von der amerikanischen Regierung unter Präsident Donald Trump kritisiert. Daher übt Trump Druck auf wichtige Handelspartner wie China oder die EU aus, damit diese mehr aus den USA importieren.

Türkische Lira unter Druck nach Entlassung von Notenbank-Chef: Die Entlassung des Chefs der türkischen Notenbank durch Präsident Recep Erdogan am vergangenen Wochenende hat die Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank verstärkt. Entsprechend reagierte die Lira auf den Personalentscheid gegenüber dem US-Dollar sowie dem Euro mit deutlichen Verlusten. Erdogan hatte die hohen Leitzinsen von über 20 Prozent wiederholt kritisiert und als Ursache für die hohe Inflation und die Wirtschaftsschwäche im Land ausgemacht. Er ist der unorthodoxen Meinung, dass hohe Zinsen für hohe Preise verantwortlich seien.

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