Tipps für Ihre Geldanlagen: Aktuelles zu Börsen & Märkten

Newsletter vom 10. April 2019

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Die aktuelle Lage

In der Schweiz ist die bereits tiefe Arbeitslosenquote erneut gesunken. So hat das Staatssekretariat für Wirtschaft für den Monat März einen Rückgang auf 2,5 Prozent von 2,7 Prozent im Februar ermittelt. Der Arbeitsmarkt hat wie bereits im Vormonat vor allem davon profitiert, dass saisonal bedingt mehr Arbeitskräfte etwa im Bau oder in der Gastronomie gesucht wurden. Saisonale Effekte herausgerechnet, lag die Arbeitslosenquote bei unverändert 2,4 Prozent.

Die schlechten Nachrichten zur deutschen Industrie reissen nicht ab. So bracht der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe im Februar völlig unerwartet um 4,2 Prozent gegenüber Januar ein, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufigen Zahlen mitteilte. Das ist der stärkste Dämpfer seit mehr als zwei Jahren. Ausschlaggebend für den Einbruch war den Angaben zufolge ein starker Rückgang der Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Ausland. Branchenexperten sahen die Ursache in der aktuellen Konjunkturschwäche in China, einem der wichtigsten deutschen Handelspartner.

Die italienische Regierung hat ihre Wirtschaftsprognose offenbar drastisch gesenkt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein Regierungsdokument schrieb, werde für 2019 nur noch ein minimales Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent erwartet. Zuvor hatte die Regierung ein Wachstum von 1,0 Prozent in Aussicht gestellt. In den vergangenen Tagen war an den Finanzmärkten über eine Absenkung der Wachstumsprognose spekuliert worden. Italien war 2018 als einziges Land der EU in eine Rezession gerutscht.

In der Eurozone hat sich derweil die Stimmung der Investoren im April aufgehellt. Das von der Beratungsfirma Sentix erhobene Stimmungsbarometer erholte deutlicher als von Analysten erwartet, und zwar konkret auf -0,3 Punkte von -2,2 Zählern. Und das ist immerhin der höchste Wert seit November. "Es scheint, als könne die Eurozone einen tieferen Abschwung geradeso verhindern", liess sich Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner zitieren.

US-Arbeitsmarkt zeigt sich wieder robust

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im März von seiner schwachen Entwicklung im Monat zuvor erholt. Nach Angaben des Arbeitsministeriums hat die US-Wirtschaft im März 196000 neue Stellen geschaffen (siehe Grafik). Das war mehr als von Analysten erwartet.

Damit hat sich der Arbeitsmarkt – wie erwartet – vom kurzen Einbruch im Februar erholt, als ursprünglich nur 20000 neue Stellen ausgewiesen wurden. Allerdings wurden die Zahlen für Februar und Januar nachträglich etwas nach oben korrigiert. Demnach sind in den beiden Monaten insgesamt 14000 Stellen mehr entstanden als bisher gedacht.

Die Arbeitslosigkeit blieb unterdessen niedrig. Die Arbeitslosenquote betrug unverändert 3,8 Prozent. Damit liegt sie nur knapp über dem 50-jährigen Tiefstand, der im vergangenen Jahr mit 3,7 Prozent erreicht wurde.

Die Löhne und Gehälter sind unterdessen schwächer gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legten sie um 0,1 Prozent zu, nach einem Plus von 0,4 Prozent im Vormonat. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 3,2 Prozent, nach 3,4 Prozent im Februar.

Die Lohnentwicklung spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank. Diese hatte ihren Kurs moderater Zinsanhebungen wegen der schwächeren Weltwirtschaft unlängst auf Eis gelegt. Auch in den USA gab es zuletzt Wachstumssorgen, nicht zuletzt wegen der inversen Zinsstruktur am Anleihemarkt, die sich in der Vergangenheit als zuverlässiger mittelfristiger Rezessionsindikator erwiesen hat. Die robusten Arbeitsmarktdaten dürften derartige Sorgen etwas dämpfen.

Fazit: Die Marktteilnehmer waren mehrheitlich davon ausgegangen, dass es zu einer zügigen Erholung bei den neu geschaffenen Stellen kommen würde – dennoch waren sie natürlich über das Resultat erleichtert. Generell darf man vom US-Arbeitsmarkt jedoch keine grossen Konjunkturimpulse mehr erwarten, da sich dieser vermutlich nahe an der Sockelarbeitslosigkeit befindet. Falls die US-Wirtschaft durch andere Massnahmen weiter angekurbelt wird, besteht eher die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale und somit einer erhöhten Inflation. Für den Moment ist diese Gefahr jedoch noch nicht akut.

Neue Stellen in den USA
Der US-Arbeitsmarkt hat sich nach einem schwachen Februar erholt.
Neue Stellen in den USA

Quelle: Buraeu of Labor Statistics

Im Fokus

Ölpreis auf höchsten Stand seit November: Rohöl wird immer teurer. Die in Europa dominante Sorte Brent kostet mittlerweile mehr als 70 US-Dollar pro Fass und die Nordamerika-Sorte WTI etwa 65 US-Dollar. In beiden Fällen ist das der höchste Stand seit fünf Monaten. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass das Ölkartell OPEC ihr Angebot relativ knapp hält. Zuletzt erhöhten sich die Angebotsrisiken sogar noch wegen der Krise im erdölreichen Libyen sowie den neuen Spannungen zwischen den USA und Iran, nachdem die US-Präsident Trump die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft hatte.

IWF zuversichtlich für Weltwirtschaft: Nach einer Schwächephase in der ersten Jahreshälfte 2019 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Konjunkturerholung. Für 2020 stellen die IWF-Ökonomen ein Wachstum der Weltwirtschaft um 3,6 Prozent in Aussicht. Das wäre eine ähnliche Dynamik wie im vergangenen Jahr. Bereits in der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Konjunktur wieder erholen, wie es heisst. Der IWF ist mit dieser Einschätzung nicht allein. Verschiedene Prognostiker gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft nach der in 2018 begonnenen Schwächephase wieder zu alter Stärke zurückfindet.

Fast alle Banken bestehen EZB-Prüfung: Bei der jährlichen Prüfung der EZB-Bankenaufsicht haben erneut fast alle Kreditinstitute die Kapitalanforderungen erfüllt. Nur eine der mehr als 100 kontrollierten Grossbanken aus der Eurozone fiel durch. Den Namen nannte die EZB allerdings nicht. Die Kapitalausstattung der meisten grossen Banken liege bereits über den von der EZB und den nationalen Behörden verlangten Kernkapitalwerten und Kapitalpuffer, hiess es. Allerdings zeigten die Ergebnisse auch, dass bei den Themen Unternehmenssteuerung und Risikomanagement eine Verschlechterung eingetreten sei. Es handelte sich um die vierte jährliche Bankenprüfung der EZB, die seit Herbst 2014 für die Kontrolle der grossen Geldhäuser im Währungsgebiet zuständig. Mittlerweile überwacht sie 119 Institute direkt.

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