Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom 14. April 2019

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

Wann kommt die "Ehe für alle"?

Gleiche Rechte für alle Paare: Darauf zielt die Initiative zur Eherechtsrevision ab. Wie ist der Stand der Dinge?

Auch kleine Schritte führen zum Ziel. Und zu einem kleinen Schritt kam es im Parlament bei der "Ehe für alle". Dort wurde im März der Vorentwurf zur parlamentarischen Initiative in die Vernehmlassung geschickt. Neu in dem Entwurf ist, dass eingetragene Partnerschaften nicht mehr geschlossen werden dürfen, sobald die "Ehe für alle" Realität ist. Paare, die ihre Partnerschaft vor dieser Revision des Eherechts haben eintragen lassen, können entweder weiterhin in einer eingetragenen Partnerschaft leben oder ihren Zivilstand "auf einfache Weise" in eine Ehe umwandeln, wie es in dem Vorentwurf heisst. Bis Mitte Juni haben die verschiedenen Parteien nun Zeit, Stellung zu dieser Initiative zu beziehen.

Schon heute lässt sich sagen, dass die Unterschiede zwischen eine Ehe unter gleichgeschlechtlichen Paaren und einer eingetragenen Partnerschaft gering sein werden. Der grösste Vorteil der "Ehe für alle" ist sicherlich, dass die gesellschaftliche Stigmatisierung der eingetragenen Partnerschaft wegfallen würde.

Bei den Themen Nachlass und Vorsorge dürfte es teilweise leichte Verbesserungen bei den Absicherungsmöglichkeiten des Partners geben. Allerdings haben eingetragene Partner bereits heute in vielen Bereichen die gleichen Rechte und Pflichten wie Ehegatten, so beispielsweise im Erb- und Steuerrecht. Man muss bedenken, dass heute das Schweizer Sozialversicherungs- und Steuersystem sowie das Erbrecht auf die klassische Familie ausgerichtet sind. Dies wird sich auch nach der Einführung der "Ehe für alle" nicht ändern. 

Seit 2007 können gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft auf dem Zivilstandsamt eintragen lassen. Dadurch erhält ihre Beziehung einen Status, der einer Ehe sehr ähnlich ist. Da gleichgeschlechtliche Paar jedoch nie in der klassischen Modellfamilie leben, müssen sie sich selbst um ihre Vorsorge und Absicherung kümmern. Vor 2021 wird die "Ehe für alle" aber wohl nicht Realität. Möglicherweise braucht es sogar eine Volksabstimmung.

Deshalb ist es wichtig, für die gegenseitige Absicherung nicht auf die "Ehe für alle" zu warten. Denn die Eintragung der Partnerschaft bietet praktisch die gleichen Vorteile. Mit der Eintragung hat man – vereinfacht ausgedrückt – drei Viertel geregelt. Wer sich nicht eintragen lassen möchte, sollte unbedingt ein Testament machen, in dem die Partnerin bzw. der Partner begünstigt wird.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Beim VZ in Zürich berät ein spezialisiertes Team homosexuelle Paare und Singles zu allen Geldfragen. Sie können auch das kostenlose Merkblatt zur eingetragenen Partnerschaft bestellen. Oder vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch (bitte im Feld Mitteilung den Vermerk "LGBT" ergänzen).