Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom 11. August 2019

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

So sichern sich gleichgeschlechtliche Paare richtig ab

Auch wenn die Partnerschaft auf dem Zivilstandsamt eingetragen ist: Oft reicht das allein nicht aus, um den überlebenden Partner finanziell gut abzusichern.

Nach dem Tod ihrer Partnerin oder ihres Partners sind eingetragene Partnerinnen und Partner bei den Sozialversicherungen schlecht abgesichert. Sie erhalten von der AHV und der Unfallversicherung nämlich nur dann eine Hinterbliebenenrente, wenn sie minderjährige Kinder betreuen. Sind die Kinder bereits erwachsen oder sind keine Kinder vorhanden, zahlen weder die AHV noch die Unfallversicherung eine Hinterbliebenenrente aus.

Bei den Pensionskassen sieht es besser aus: Die Pensionskasse des verstorbenen Partners zahlt eine Rente aus, wenn der überlebende Partner mindestens 45 Jahre alt ist und die Partnerschaft seit mindestens fünf Jahren registriert war. Es lohnt sich im Reglement zu überprüfen, ob diese Hinterbliebenenrente auch bei einem Unfalltod oder nur beim Versterben durch Krankheit ausbezahlt wird.

Erbrechtlich haben eingetragene Partner die gleichen Rechte wie verheiratete Paare. Sie bezahlen keine Erbschaftssteuern, wenn sie ihren verstorbenen Partner beerben. Auch ohne ein Testament oder einen Erbvertrag erhält der überlebende Partner mindestens die Hälfte des Nachlassvermögens seines verstorbenen Partners.

Hinterlässt der Verstorbene keine Kinder, erhält der hinterbliebene Partner drei Viertel des Nachlasses. Was viele nicht wissen: Der restliche Viertel geht aber an die Eltern oder an die Geschwister, wenn beide Eltern bereits tot sind. Dies entspricht jedoch meistens nicht den eigenen Wünschen und Vorstellungen.

Vermögen bleiben getrennt

Die Vermögen der eingetragenen Partner bleiben getrennt, wie bei Ehepaaren, die sich für eine Gütertrennung entscheiden. Das benachteiligt die Person, die den Haushalt führt und kein oder nur wenig Einkommen erzielt.

Gleichgeschlechtliche Paare sollten deshalb ihren Nachlass rechtzeitig regeln, da die Gesetzeslage ihrer Situation nicht gerecht wird. Das Partnerschaftsgesetz sieht die Möglichkeit vor, in einem öffentlich beurkundeten Vermögensvertrag zu vereinbaren, das Vermögen bei der Trennung oder beim Tod eines Partners gemäss den Bestimmungen der ehelichen Errungenschaftsbeteiligung zu teilen.

In einem Testament oder einem Erbvertrag können gleichgeschlechtliche Paare zudem die weiteren gesetzlichen Erben wie Nachkommen oder Eltern auf ihre Pflichtteile setzen und die freie Quote der Partnerin oder dem Partner zuweisen.

Möchten Sie Ihre Nachlasssituation durch eine Fachperson analysieren lassen? Dann vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch (bitte im Feld Mitteilung den Vermerk "LGBT" ergänzen) im VZ in Zürich. Oder bestellen Sie das kostenlose Merkblatt zur eingetragenen Partnerschaft.