Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom 10. Juni 2018

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

Welche Vorteile bringt die "Ehe für alle"?

Die "Ehe für alle" ist in aller Munde. Im Sommer 2017 ist in Deutschland das Privileg gefallen, die Ehe nur Mann und Frau vorzubehalten. Auch hierzulande steht die "Ehe für alle" auf der politischen Agenda. Doch was könnte sie für Veränderungen bei Vorsorge und Nachlass mit sich bringen? VZ-Vorsorgeexperte Jonas Schneider gibt Antwort.

Dass die "Ehe für alle" kommt, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Was würde sich damit verbessern?

Jonas Schneider: Ein grosser Vorteil wäre, dass damit die Stigmatisierung der eingetragenen Partnerschaft wegfallen würde.

Wie sähe es mit den Rechten und Pflichten von gleichgeschlechtlichen Ehepaaren aus?

Jonas Schneider: Bei den Themen Nachlass und Vorsorge wird es teilweise leichte Verbesserungen bei den Absicherungsmöglichkeiten des Partners geben. Allerdings haben eingetragene Partner heute bereits in vielen Bereichen die gleichen Rechte und Pflichten wie Ehegatten, so beispielsweise im Erb- und Steuerrecht.

Bei der Adoption allerdings nicht.

Jonas Schneider: Genau. Mit der "Ehe für alle" wird es möglich sein, Kinder zu adoptieren. Ein weiterer Vorteil wäre, dass die Einbürgerung des Partners gleichwertig zur bisherigen Ehe geregelt würde.

Kann man davon ausgehen, dass sich mit der "Ehe für alle" die teils komplizierten Gesetze und Vorgaben bei der finanziellen Absicherung des Partners usw. vereinfachen, da gleichgeschlechtliche Paare einem Ehepaar gleichgesetzt wären?

Jonas Schneider: Nein, das wird leider nicht der Fall sein. Das hat damit zu tun, dass unsere Steuer-, Vorsorge- und Nachlasspraxis auf die traditionelle Schweizer Familie ausgelegt ist, bei der der Mann arbeiten geht, und die Frau zu Hause die Kinder betreut. Es sind ja nicht nur lesbische und schwule Paare, die von dieser Konvention abweichen. Auch Konkubinatspaare sind in vielen Belangen auf die Beratung durch Experten angewiesen, eben weil es für sie beispielsweise beim Thema Nachlass spezielle Dinge zu beachten gibt. Und das gleiche wird dann auch für verheiratete gleichgeschlechtliche Paare zutreffen. Es wird weiterhin relativ schwierig sein, in dem Gesetzesdschungel einen Durchblick zu bekommen.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder zu den Möglichkeiten der gegenseitigen finanziellen Absicherung in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft? Beim VZ in Zürich berät ein spezialisiertes Team gleichgeschlechtliche Paare und Singles zu allen Geldfragen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin (bitte im Feld Mitteilung den Vermerk "LGBT" ergänzen). Oder bestellen Sie das kostenlose Merkblatt "Partnerschaftsgesetz".