Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 17. Juni 2016

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Lässt sich Ihr Nachlass wie gewünscht aufteilen?

Oft lassen sich die Vermögenswerte nicht so weitergeben, wie es sich die verstorbene Person gewünscht hat. Das kann den überlebenden Ehepartner in Bedrängnis bringen, weil er seine Miterben auszahlen muss.

Treffen Ehepaare keine Vorkehrungen für den Todesfall, riskieren sie, dass der hinterbliebene Partner in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Stirbt beispielsweise zuerst der Ehemann, stellt dies die Witwe gleich in zweifacher Hinsicht vor grosse finanzielle Probleme:

  • Die Witwe hat zum einen deutlich weniger Einkommen zur Verfügung: Pensionskassen zahlen dem überlebenden Ehepartner in der Regel nur 60 Prozent der Altersrente des verstorbenen Partners aus und gleichzeitig schrumpft auch die AHV-Rente um rund ein Drittel.
  • Zum anderen muss die Witwe mögliche Miterben ausbezahlen – dies selbst dann, wenn sich der Nachlass nicht wie gewünscht aufteilen lässt.

Angenommen, die Vermögenswerte eines pensionierten Ehepaares mit zwei Kindern belaufen sich auf 1,2 Mio. Franken. In diesem Beispiel fallen 1,1 Mio. Franken davon in den Nachlass des Ehemanns, der Rest gehört aufgrund des güterrechtlichen Anspruchs der Ehefrau. Die gesetzliche Erbfolge sieht nun vor, dass die Hälfte des Nachlasses der Witwe zusteht und die andere Hälfte den Kindern. Die Witwe muss ihren Miterben somit 550‘000 Franken auszahlen. Der grösste Teil des Nachlassvermögens ist jedoch im Eigenheim gebunden. Nur das Wertschriftenvermögen und das Kontoguthaben – insgesamt 250’000 Franken – kann die Witwe sofort für die Auszahlung verwenden (siehe Grafik):

Die Auszahlung der Miterben kann den Ehepartner in Bedrängnis bringen

Im besten Fall kann die Witwe die Hypothek aufstocken, um die Kinder auszuzahlen. Die Bank verweigert aber möglicherweise eine Aufstockung, weil die Witwe eine höhere Zinslast mit ihrem tieferen Einkommen langfristig nicht tragen kann. Damit die Hypothek als tragbar gilt, dürfen die Kosten höchstens ein Drittel des regelmässigen Einkommens ausmachen. Die Bank rechnet mit einem Hypothekarzins von 5 Prozent plus Nebenkosten von 1 Prozent des Liegenschaftswerts und allfälligen Amortisationen. In so einem Fall bleibt der Witwe nichts anderes übrig, als das Eigenheim zu verkaufen.

Ehepaare sollten rechtzeitig überlegen, wie sie eine solche Situation ausschliessen können. Dies ist möglich, indem sie zum Beispiel ihr Vermögen bereits zu Lebzeiten so strukturieren, dass die Aufteilung nach dem Tod eines Partners keine Probleme bereitet. Denn Immobilien lassen sich nicht von heute auf morgen verkaufen, Wertschriften mit wenigen Ausnahmen schon.

Die Ehepartner haben auch die Möglichkeit, sich mittels einer Nachlassregelung gegenseitig so weit wie möglich zu begünstigen. In unserem kostenlosen Merkblatt erfahren Sie, welche Möglichkeiten das Ehe- und Erbrecht für eine maximale Begünstigung bietet. Oder vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Gespräch mit einem Experten im VZ in Ihrer Nähe.