Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom 04. Dezember 2016

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

Testament: Das sollten Sie wissen

Gleichgeschlechtliche Partner sollten ihr Testament lieber früher als zu spät an die Hand. Sonst wird das Erbe nach den gesetzlichen Richtlinien aufgeteilt. Das Gesetz ist aber auf klassische Familien ausgerichtet.

Zugunsten der Lesbarkeit verwenden wir in diesem Beitrag die männliche Form für männliche und weibliche Paare.

Konkubinatspaare gehen beispielsweise leer aus, wenn der Verstorbene seinen Lebenspartner nicht zu Lebzeiten finanziell abgesichert hat. Mit einem Testament kann man seinem Lebenspartner den Anteil am Erbe vermachen, der die Pflichtteile von Kindern oder Eltern übersteigt.

Auch eingetragene Partner sollten unbedingt ein Testament machen. Dem Überlebenden steht zwar automatisch mindestens die Hälfte des Vermögens zu. Er erhält sogar drei Viertel, wenn der Verstorbene keine Kinder hinterlässt. Ein Viertel geht aber immer an die Eltern. Oder an die Geschwister, wenn beide Eltern bereits tot sind (siehe Grafik).

Viele eingetragene Partner möchten dem überlebenden Partner alles hinterlassen. Den Pflichtteil der Eltern kann man nur umgehen, wenn man zusammen mit ihnen einen Erbverzichts-Vertrag abschliesst. Im Testament lässt sich immerhin ein Pflichtteils-Verzicht als Bitte formulieren.

Gesetzliche Aufteilung des Nachlassvermögens je nach Familienkonstellation

Viele Paare sollten auch regeln, was nach dem Tod des zweiten Partners mit dem Geld geschehen soll. Sonst kann jemand zum Zug kommen, den der zuerst verstorbene Partner gar nicht berücksichtigen wollte. Im Testament lässt sich nicht nur festlegen, wer das Vermögen unmittelbar erbt, sondern auch, an welche Nacherben es nach dem Tod dieser Vorerben gehen soll.

Wer ein Testament verfasst, stützt sich meistens auf seine aktuelle Situation ab. Diese kann sich im Lauf der Zeit ändern. Daher sollte man mindestens alle fünf Jahre überprüfen, ob die getroffenen Regelungen immer noch im eigenen Sinne sind. Und um Streit unter den Erben zu vermeiden, ist es oft auch sinnvoll, im Testament einen Willensvollstrecker einzusetzen.

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