Finanztipps vom LGBT-Desk

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Newsletter vom 7. August 2016

Informieren Sie sich regelmässig rund um das Thema Pensionierung, Immobilien, Nachlassplanung und erfahren Sie, worauf Sie als gleichgeschlechtliches Paar und Single achten müssen.

So sichern Sie Ihren Lebenspartner richtig ab

Lebenspartner, die sich gegenseitig für ihr Guthaben in der Pensionskasse begünstigen möchten, müssen das beantragen – sonst gehen sie im Todesfall leer aus.

Zugunsten der Lesbarkeit verwenden wir in diesem Beitrag die männliche Form für männliche und weibliche Paare.

Das Schweizer Vorsorgesystem ist immer noch nicht auf Konkubinatspaare ausgerichtet. Anders als bei der eingetragenen Partnerschaft geht ein Konkubinatspartner leer aus, wenn sein Lebensgefährte stirbt und nicht frühzeitig bestimmte Massnahmen getroffen wurden.

Die AHV sieht für ledige Paare keine Hinterbliebenenrente vor. Viele Pensionskassen richten dagegen freiwillig Todesfall-Leistungen aus. Dies aber nur, wenn eine oder mehrere Bedingungen erfüllt sind. Die Partnerschaft muss zum Beispiel seit mehr als fünf Jahren bestanden haben. Zudem verlangen verschiedene Pensionskassen, dass ihr die versicherte Person zu Lebzeiten eine schriftliche Begünstigungserklärung zu Gunsten des Lebenspartners eingereicht hat.

Wie wichtig diese Anmeldung ist, zeigt ein neuer Bundesgerichtsentscheid. Das Gericht hat die Beschwerde einer Frau abgewiesen, deren Partner 2014 verstorben war. Die beiden hatten zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre zusammengelebt. Obwohl die Pensionskasse des Verstorbenen eine Rente oder ein einmaliges Kapital vorsieht, weigerte sie sich, der Frau das Guthaben von 61‘000 Franken auszubezahlen. Als Grund gab die Pensionskasse an, dass sie nicht über das Konkubinat informiert gewesen sei.

Darüber hinaus gibt es Pensionskassen, die eine Begünstigung des Lebenspartners von einem "gemeinsamen Wohnsitz" abhängig machen. Nicht immer leben Konkubinatspartner aber in der gleichen Wohnung. Es lohnt sich also, das Reglement der Pensionskasse sorgfältig auf Hinweise zu diesen Bestimmungen zu prüfen.

Zusätzlich zur Anmeldung des Lebenspartners bei der Pensionskasse ist die Regelung des Nachlasses wichtig. Für Konkubinatspaare empfiehlt sich, ein Testament oder einen Erbvertrag aufzusetzen. So stellen sie sicher, dass auch von den restlichen Ersparnissen mindestens ein Teil ihrem Partner zugutekommt. Beim VZ VermögensZentrum in Zürich berät ein spezialisiertes Team gleichgeschlechtliche Paare und Singles zu allen Geld-Themen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin (bitte im Feld Mitteilung den Vermerk "LGBT" ergänzen).